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PS4
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PS4
Hardwareinfo
NACON Revolution Pro Controller
Hersteller: 
nacon
Kategorie: 
Controller
UVP: 
109€
Release: 
erhältlich
Webseite: 
https://nacongaming.com/de/revolution-pro-controller/

Es läuft eigentlich wie geschmiert für Sony und seine aktuelle Konsole. Doch in einem Punkt behält die Xbox seit jeher die Oberhand, nämlich beim Gamepad. Der Dualshock 4 offenbart einige Störfaktoren, insbesondere beim stundenlangen Online-Gaming. Abhilfe könnte der NACON Revolution Pro Controller schaffen. Wir haben ausgiebig Hand angelegt.

Lieferumfang und Erstkontakt

Schon beim Auspacken wird klar: Hochwertigkeit und Stabilität war den Entwicklern besonders wichtig, was sich bei der ersten Inaugenscheinnahme von Material und Verarbeitung festhalten lässt. So wirkt alles deutlich eleganter als beim bekannten Standardprodukt. Zum Vorschein kommt dann tatsächlich ein schick gestaltetes Hybridmodell aus Xbox-Anordnung und Playstation-Bedienelementen. Die beiden Analogsticks sind höher als gewohnt, wobei der linke eingekerbt (konkav) und der rechte mit seinem großzügigen Oberteil nach außen gewölbt (konvex) ist. Offensichtlich sind sie nicht für einen eventuellen Austausch geeignet, sondern fest verankert. Sämtliche Funktionstasten sind größer und liegen näher zusammen.

Die Schultertasten L1 und R1 sind gut erreichbar, die Trigger L2 und R2 ebenso. Das 8-Wege-Steuerkreuz, Kopfhörer-/Headset-Ausgang, Options- sowie Share-Taste, vier Tasten für Makros auf der Rückseite und das mit Piktogrammen verfeinerte Touchpad runden den gelungenen Ersteindruck ab. Mit all diesen Elementen unterscheidet sich der Pro Controller oberflächlich nicht sonderlich von seinem Vorbild. Es fehlen aber auch Dinge, in erster Linie Lautsprecher und Lichtleiste. Letzterer Verzicht dürfte zwar für den Großteil der Spieler wegen der störenden Reflexion auf die Bildschirme nachvollziehbar sein. Auf der anderen Seite ist das Gerät so natürlich inkompatibel zu VR.

Das fehlende Bluetooth-Feature ist offensichtlich, denn der Controller funktioniert ausschließlich durch Kabelbindung. Dazu liegt der Verpackung ein drei Meter langes, stabiles Kabel bei. Wem das persönlich zu kurz erscheint, der gönnt sich eine Verlängerung. Der USB-Anschluss an einem Ende stellt die Verbindung mit der Konsole her. Am anderen Ende findet sich zu unserer Überraschung ein Relikt längst vergangener Zeiten, nämlich eine 5-Pol-Stecker-Schraubverbindung zum Controller. Das ist nichts für Grobmotoriker ohne Feingefühl, denn die Kontakte sind sehr empfindlich. Entsprechende Hinweise zum Anschluss sollten daher unbedingt befolgt werden. Ergo kommt das Gerät komplett ohne Akku aus und auch ein Ladevorgang ist unnötig.

Das Gewicht ist bereits im Werkszustand angenehm, zur individuellen Anpassung liegen noch zusätzliche sechs Elemente mit jeweils zweimal 10, 14 sowie 17 Gramm bei. Bis zu zwei von ihnen können an der Unterseite der Griffe eingeführt werden, praktischerweise mit dem passenden Schlüssel, der beiliegt. Außerdem im Umfang enthalten ist ein Stoffbeutel zur Aufbewahrung, ein Mikrofasertuch zur Reinigung, eine kleine Bedienungsanleitung in verschiedenen Sprachen (u. a. deutsch, englisch, usw.) sowie Aufkleber.

Gelungener Praxistest mit kleinem Hindernis

Dem ausgiebigen Einsatz steht also nichts mehr im Wege, wäre da nicht ein ungeahnter Stolperstein. Beim Druck auf die PS-Taste tut sich nämlich erst mal rein gar nichts, die Konsole verweigert den Start. Eine Komfortfunktion, die dem Controller leider fehlt, weil erst durch die Kabelbindung und der daraus resultierenden Stromversorgung der PS4 auch der Controller startet. Bei den angepriesenen Konfigurationsmöglichkeiten macht sich erstmal Enttäuschung breit, weil eine entsprechende Applikation für PS4 wohl vorläufig nicht geplant ist. Vielmehr lassen sich die individuellen Anpassungen ausschließlich am Heimcomputer dank einer herunterladbaren Software kinderleicht durchführen. Hier lassen sich dann alle Tasten und zusätzlich die Makros auf der Rückseite beliebig belegen. Weitere sinnvolle Einstellungsmöglichkeiten beziehen sich beispielsweise auf die Vibration und den rechten Analogstick. Es können bis zu vier Profile gespeichert werden.

Im Einsatz kann zwischen zwei Modi gewechselt werden: Standard und Advanced, was sich optisch durch den unaufdringlichen, farbigen Lichtring um den rechten Stick bemerkbar macht (blau oder rot). In puncto Griffigkeit, Präzision und verzögerungsfreie Reaktionen lässt der Revolution Pro Controller den Dualshock 4 alt aussehen. Schon bei typischen Einzelspielertiteln ist eine klare Verbesserung spürbar, wir haben Titel wie Horizon: Zero Dawn (Action), The Witcher 3: Wild Hunt (Action-Rollenspiel), Nioh (Masocore-RPG), Deponia (Point-and-Click-Adventure), F1 2016 (Sport) und The Last Guardian (Action-Adventure) ausprobiert. Entscheidende spielerische Vorteile ergeben sich in Mehrspielerpartien wie Battlefield 1, Call of Duty oder FIFA. Besonders auffällig: Die Sticks verfügen schon im Werkszustand über eine tadellose Zentrierung und eine stabile Nullposition. Insbesondere die Schultertasten fühlen sich durch das Klickgeräusch und vom Feeling her wie die Maustasten am Heimcomputer an. Das 8-Wege-Steuerkreuz entpuppt sich zudem als gute Bedieneinheit für Kampfspiele wie Street Fighter oder Tekken.

Bewertung
Ausstattung: 
9
Verarbeitung: 
9
Handhabung: 
9
Preis/Leistung: 
9
Gesamtwertung
Gesamtwertung: 90
Fazit von: 
Christian Schmitz
Machen wir es kurz: Wer eine ordentliche Alternative zum schwächelnden Dualshock 4 sucht, sollte sich ernsthaft mit dem NACON Revolution Pro Controller auseinandersetzen. Wenn ich zwischen einer ausreichend langen, stabilen Kabelbindung und einem schwachen Akku wählen kann, entscheide ich mich für ersteres. Die daraus resultierenden verzögerungsfreien Reaktionen inklusive erhöhter Präzision und angenehmer Griffigkeit sind entscheidende Vorteile.

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