
Das Spiel “From the Abyss” für den Nintendo DS ist bereits nicht mehr das aller Neueste, denn es wurde bereits vor über zwei Jahren in den USA veröffentlicht. Nun schafft es endlich auch den Sprung nach Europa und verspricht hier ein überzeugendes Hack and Slay Spielerlebnis im 16 Bit Retro Style. Wir haben für euch getestet, ob das Monstermetzeln wirklich Spaß macht oder ob es sich lediglich um ödes Button-Smashing handelt.
Die Geschichte ist zwar an und für sich nichts wirklich neues, doch wird sie immer wieder gerne gehört und gespielt: Die Stadt Rubenhaut wird von gemeinen und fiesen Dämonen überrannt, denn aus irgendeinem Grund wurde das Siegel des Dimensions-Irrgartens aufgebrochen. Nun sollt ihr, als typischer Held der Geschichte, aufbrechen und die Monster zurückschlagen – und herausfinden, wer es gewagt hat, das Siegel zu brechen. Dabei betretet ihr die Dungeons des Irrgartens, die wie ein Labyrinth aufgebaut sind und stellt euch mehr als 40 unterschiedlichen Gegnern. Dabei trefft ihr auf Klischeemonster, wie zum Beispiel die berühmten Zombies oder auf Pflanzen, die am liebsten (Menschen)Fleisch fressen. Aber auch eher untypische Gegner, wie etwa eklige und schleimige Einaugen sind mit von der Party und versuchen euch das Leben schwer zu machen.
Ein großer Vorteil der einzelnen Labyrinthe ist die Tatsache, dass sie alle zufallsgeneriert werden – wer also erneut eine Karte betritt, kann nicht vorhersagen, wie und wo der Weg zum Endgegner des jeweiligen Levels zu finden ist. Apropos Endgegner: Die Bosskämpfe am Ende jeder Karte machen einen Großteil des Spieles aus und sorgen für die nötige Abwechslung zum eher träge wirkenden Monstergemetzel. Doch eins nach dem anderen, denn bevor ihr überhaupt loslegen könnt, muss ja erst mal ein Held erstellt werden. Dazu werden euch einige Fragen gestellt, die ihr beantworten müsst. Abhängig von den von euch gegebenen Antworten wird euer Held geprägt. Das ist eine durchaus innovative Idee. Dazu kommt, dass ihr auch das Aussehen eures Helden teilweise mitbestimmen dürft, allerdings nur in einem sehr eng abgesteckten Rahmen. Hier hätte man sich etwas mehr Freiraum zur Gestaltung des Auftretens gewünscht.
Nachdem ihr also in der Stadt Rubenhaut angekommen seit, müsst ihr zunächst ein ernstes Gespräch mit der Königin führen, die euch die Situation erklärt und euch um Hilfe bittet. Ihr nehmt, als guter Held selbstverständlich, das Hilfegesuch an und macht euch nach dem ersten Ausrüsten mit Waffen und Rüstung auf in den Untergrund, denn nur dort finden die Kämpfe statt. Bereits hier erinnert das Spiel ein wenig an das bekannte Spiel Diablo, denn in der Stadt können und müssen alle wichtigen Dinge erledigt werden: Waffen und Rüstungen kaufen, Items erwerben oder das Wirtshaus besuchen um den Spielstand zu speichern. Verlasst ihr die Stadt und geht in den Untergrund fängt der eigentliche Hack’n’Slay-Spaß erst an: Genretypisch müssen hier ganze Monsterhorden niedergemetzelt werden – diese hinterlassen dann unterschiedliche Gegenstände, die ihr entweder selbst gebrauchen könnt oder bei einem Rückzug in die sichere Stadt verscherbelt, um an bessere Ausrüstung ranzukommen.
Doch hinterlassen die fiesen Dämonen und andere Gegner nicht nur Gegenstände, sondern sind für zwei weitere Sachen sehr wichtig. So geben sie nach erfolgreichem Erledigen Erfahrungspunkte, die euch Stufen aufsteigen lassen – das ist sehr wichtig, denn die Monster werden ebenfalls immer stärker. Ohne Stufenaufstieg könntet ihr niemals die bis zu 45 erlernbare Fähigkeiten oder die fünf unterschiedlichen Waffentypen meistern. Der zweite Grund, warum (unterschiedlichste) Monster von Wichtigkeit sind, ist der sogenannte Soul Capture Modus. Mit dieser Fähigkeit könnt ihr den Gegnern die Fähigkeiten „absaugen“ und selbst einsetzen. Allerdings muss man meistens vorher ein wenig die Lebenspunkte reduzieren, damit man erfolgreich an neue Fähigkeiten kommt. Diese neu erlangten Kampftechniken sind unglaublich wichtig für die bereits erwähnten Bosskämpfe, denn ohne sie hat man kaum eine Chance, den großen Endgegner zu besiegen.
Die Steuerung ist recht passend: Man muss sowohl auf den Touchpad mit Stylus zurückgreifen, sollte sich in den etwas unübersichtlichen Kämpfen mit großen Monsteransammlungen eher auf die Knöpfe verlassen. Die bereits erwähnte 16 Bit Grafik kommt zwar in einem schönen Retro-Style her, dürfte aber einige Spieler verschrecken, die eher auf ein pompösen Augenschmaus, als auf Nostalgie stehen. Wer es mag, der wird sich sowohl wohl fühlen – wer es nicht mag, wird allerdings das ganze Spiel über etwas zu meckern haben. Auch ein Koop-Modus ist vorhanden und sorgt für Spaß mit einem weiteren Freund. Eine Besonderheit zur Solokampagne ist die Tatsache, dass man auch die Fähigkeiten des Partners mitbenutzen darf und sollte.