Reviews

Neue Mitglieder

  • BlueBayou
  • DigDug
  • ingrid333
  • Gefuehlsmensch
  • kaz87

Wer ist online

Zur Zeit sind 0 Benutzer und 2 Gäste online.
Bild von XCool
Spielinfo
Bayonetta
Entwickler: 
Platinum Games
Publisher: 
Sega
Releasedatum: 
08.01.10
Genre: 
Action-Adventure
USK: 
18

 Bayonetta versetzt euch in eine epische Schlacht gegen die Engelsarmeen des Himmels. Als namensgebende Hexe mit übernatürlichen Fähigkeiten werdet ihr Teil eines rasanten Actionfeuerwerks und wir haben es getestet und verraten euch wie es abgeschnitten hat.

Die Hexe Bayonetta ist jung, hübsch, athletisch, zynisch und hat dazu schon einige Jahrhunderte auf dem Buckel, was man ihr aber nicht wirklich ansieht. Storytechnisch wird einem eine sehr gute Handlung präsentiert, rund um die bedrohte Existenz auf Erden, da die Gottes Armee persönlich nach der Seele der Hexe trachtet, um sie ins Fegefeuer zu verbannen. Bayonetta entschliesst sich für die Flucht nach vorne und legt sich mit den Engelshorden an. Zu Beginn werdet ihr jedoch im Unklaren darüber gelassen, was die Hexe nun genau vorhat, da sie unter einer Amnesie leidet. In teils spielbaren Erinnerungssequenzen wird die undurchsichtige, aber wendungsreiche Handlung immer nachvollziehbarer. Ausserdem macht ihr im Spielverlauf Bekanntschaft mit diversen Schlüsselcharakteren, z.B. Casanova Luka, der noch eine offene Rechnung mit Bayonetta hat und als ein Art Altair durch die Strassen der heiligen Stadt Vigrid flüchtet.

Gesteuert wird Bayonetta in der Third-Person-Perspektive. Das sieht flink und grazil aus, wenn die Hexe sich durch die linearen, hübschen Areale wie z.B. eine heilige Stadt oder Gebirgspässe schnetzelt. Die vogelähnlichen Engelsgegner erledigt ihr mit einfach ausführbaren, aber spektakulären Komboattacken, die ihr während der doch zahlreichen Ladepausen trainieren könnt. Mit Schwertern, Schrotflinten, Pistolen, Fusstritten und Faustschlägen zerstückelt ihr die gefiederten Viecher in blutige Stücke. Feindlichen Attacken weicht ihr kinderleicht mit Flickflacks aus und wenn ihr im richtigen Moment ausweicht, aktiviert ihr eine Zeitlupe, in der sich dann alles kurzzeitig verlangsamt und währenddessen habt ihr sogar genügend Zeit um selbst grösseren Widersachern viel Schaden zuzufügen.

Ihr werdet eine Menge Bosskämpfe austragen, von gigantische Drachen-, Schlangen- über Riesenwesen, alles ist mit dabei und diese Gegner nehmen mit brachialer Gewalt und Feuerbällen halbe Levels auseinander. Böden brechen unter euren Füssen weg, Brücken werden in Echtzeit mit blossen Riesenfäusten herausgebrochen, während ihr euch noch darauf befindet. Dabei absolviert ihr oft Quick-Time-Events, um so die Hexe automatisch in Zeitlupe von einem wegfliegenden Gesteinsbrocken auf den nächsten springen zu lassen. Manchmal kommt es sehr plötzlich zu solchen Reaktionsspielchen, sogar innerhalb von vermeintlichen Zwischensequenzen, womit man gar nicht rechnet und man dann unfreiwillig ein Bildschirmleben verliert.

Kommt es zur direkten Konfrontation mit einem Himmelstitanen, ist es meist nicht mit stumpfer Waffengewalt getan. Bosse verfügen über Schwachpunkte und müssen taktisch angegangen werden, sonst ist ihnen nicht beizukommen. Hilfreich sind da herbeirufbare Dämonenwesen, darunter Riesendrache Gomorrha, der in seinem Maul auch das grösste Ungetier zermalmt oder es mit seinen mächtigen Klauen gegen eine Wand matscht, bis nur noch blutige Klumpen übrig bleiben. Wie das Kampfsystem und die Bosse sind auch diese Finishing-Moves eine optische Wucht und können total begeistern.

Ihr kämpft gleichzeitig mit Schusswaffe und Schwert und das in Highspeedgeschwindigkeit. Die Anzahl der möglichen Schlagcombos ist beachtenswert und gleichzeitig für jedermann ersichtlich ohne einen zu überfordern. Während der Ladebildschirm, vertreibt ihr euch die Wartezeit mit dem Üben von Moves, die rechts am Bildschirmrand eingeblendet werden. Das ist schön eingebunden und hilft einem weiter.

Das Spielgefühl ist absolut fantastisch und es wurde eine optimale Mischung kreiert aus Zugänglichkeit und Komplexität. Zwar ist Bayonetta kein leichtes Spiel, aber der überzogene Hektik-Faktor ergänzt sich hervorragend mit dem  Zeitlupen-Feature.

Spezialattacken dürfen bei so einem Spiel natürlich nicht fehlen und sobald eure Energie am Anschlag angelangt, könnt ihr eine Foltertechnik einsetzen. Je nach Art des Feindes wird dieser z.B. per Guillotine geköpft oder von Bayonettta in eine eiserne Jungfau gekickt. Noch bizarrer wird es bei den Climax-Attacken, die ihr mitten oder am Ende eines Finalgefechtes auspackt. Drückt die angezeigten Tasten und schon wirbelt sich Bayonettas Haarpracht zu einem monströsen Ungetüm zusammen, welches dem bedauernswerten Gegner wichtige Körperteile abbeißt. Die Inszenierung solcher Momente ist immer wieder ein Schauspiel für sich, selbst wenn sie sich wiederholen.

Was bei Bayonetta sehr gut rüberkommt ist die Inszinierung der Bosskämpfe, die sich teilweise über ein ganzes Kapitel strecken und ihr diese nur mit gezielten Angriffs- und Verteidigungsstrategien überleben könnt. Im schlimmsten Fall führt ein Fehler sofort zum Tod von Bayonetta. Zum Glück helfen selbst innerhalb größerer Gefechte Rücksetzpunkte, die passend und fair platziert sind. Es gab nur wenige Gegnertypen die aufgrund ihrer schnellen und schwer zu konternden Combos genervt haben, aber auch diese sind unserer Hexe irgendwann erlegen gewesen.

Ihr könnt gegen Punkte in der „Gates of Hell“-Bar primär neue Kampfmoves und Lollys, Bayonettas liebster Süßkram, kaufen. Damit könnt ihr euch heilen, für kurze Zeit unverwundbar machen oder eure Stärke pushen. Alternative Waffen und Ausrüstungen sind ebenfalls erhältlich, allerdings recht teuer und zum reinen Durchspielen nicht zwingend notwendig. Ausser man möchte auf höheren Schwierigkeitsgraden spielen, dann sind sie unabdingbar.

In Sachen Grafik stört einen nur das abundan Objekte und Gegner wie in den Hintergrund kopiert wirken. Davon abgesehen weiß Bayonetta auf ganzer Linie zu überzeugen, allein schon durch die Größe der Gegner und selbst wenn auf dem Bildschirm buchstäblich meist die Hölle los ist, kommt es kaum zu Einbrüchen der Bildrate. Musikalisch wird euch Kost von orchestralen Themen bis zu Pop-Nummern geboten, was zum Stil des Spiels passt.

Pro und Contra
  • atemberaubende Präsentation
  • gigantische Bossgegner
  • coole Moves und Spezialattacken
  • gelungene Story
  • fordender Schwierigkeitsgrad
  • teilweise hektisches Gameplay
  • viele Ladepausen
Bewertung
Gameplay: 
10
Steuerung: 
9
Grafik: 
8
Sound: 
9
Multiplayer: 
0
Gesamtwertung
Gesamtwertung: 90
Fazit von: 
Ralf Temmers
Bayonetta ist ein durchgeknalltes und spassiges Actionspektakel, was einen von Anfang an durch den sexy Hauptcharakter fesselt. Wenn dann noch die imposanten Bossgegner ins Spiel kommen, traut man seinen Augen kaum noch und ist einfach nur noch geflasht von der ganzen Dynamik im Spiel. Wer auf pure Action gewartet hat wird bei Bayonetta auf jeden Fall fündig und sollte zugreifen!