Reviews

PS4
Bild des Benutzers Garrett84
PS4
Spielinfo
Livelock
Entwickler: 
Tuque Games
Publisher: 
Perfect World
Releasedatum: 
30.08.2016
Genre: 
Action
USK: 
12
Webseite: 
www.playlivelock.com

Ballerfreunde aufgepasst: Mit Livelock erscheint ein weiterer Top-Down-Shooter für PC und die aktuelle Konsolengeneration. Wer nach tollen Genrevertretern wie Helldivers oder Alienation noch immer nicht genug vom Dauerfeuer hat, könnte bei diesem Geheimtipp einen Blick riskieren.

Die Drei vom Abrisskommando

Livelock bedient sich gängiger Science-Fiction-Klischees, um seine Geschichte zu erzählen. Das menschliche Bewusstsein wurde im Angesicht ihrer Ausrottung durch verheerende Gammastrahlung in Roboter transferiert, um als künstliche Intellekte fortzubestehen. Als einer von diesen überlebenden Hauptintellekten namens Vanguard, Hex oder Catalyst ist es Ziel des Abenteuers, alle vier Schlüsselfragmente zu finden. Mit deren Hilfe gelangt man nach Eden, um die Menschheit wiederzuerwecken und die Schreckensherrschaft der Maschinen zu beenden. 

Mit vielen Zwischensequenzen wird das Geschehen bemüht und unterhaltsam präsentiert, kann sich eine sehr vorhersehbare Wendung am Ende jedoch nicht verkneifen. In erster Linie spricht der Titel mit seinen Referenzen Fans von Filmreihen wie Terminator und Transformers an. Für die 21 Einsätze der Story-Kampagne vor einem bedrückenden, dystopischen Hintergrund benötigen Spieler etwa fünf bis sechs Stunden. Die überwiegend düsteren Schauplätze sind in New York, Tokio und Moskau angesiedelt. Zusätzliche Spielzeit verspricht der kurzweilige Überlebensmodus mit dynamisch generierten Gegnerwellen.

Keine Gewalt ist auch keine Lösung

Als kooperativer Top-Down-Shooter für bis zu drei Spieler gleichzeitig hält sich der Titel streng an bekannte Gameplay-Elemente: Dauerfeuer und Zerstörung. Nur selten schält sich Livelock aus diesem engen Korsett, wenn beispielsweise eine Eskorte sicher zum Ziel begleitet oder Stellungen verteidigt werden müssen. Die drei wählbaren Figuren spielen sich unterschiedlich: Hex ist als Scharfschütze der ideale Fernkämpfer, Vanguard der Nahkämpfer mit Durchschlagskraft und Catalyst fungiert als Support mithilfe von Drohnen. So sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Jeder Figur stehen sechs Waffen und fünf Fertigkeiten zur Verfügung, von denen sich jeweils drei gleichzeitig ausrüsten lassen. 

In der Praxis hat es uns Nahkämpfer Vanguard besonders angetan. Mit seinen Gauntlets, also übergroßen mechanischen Fäusten gehen die Kämpfe besonders wuchtig von der Hand. Außerdem kommen bei ihm Automatik-Kanone sowie Minenwerfer zum Zuge, die jeweils Munition von erledigten Feinden oder Vorratskisten benötigen und für unseren Geschmack insgesamt etwas zu rar im Spielablauf verfügbar ist. Die bleihaltigen Schusswechsel sind brachial inszeniert, leiden aber zumindest mit dem Gamepad unter der unpräzisen Zielsteuerung. So wirken viele Scharmützel unfreiwillig komisch, wenn die Spielfigur ähnlich wie die deutsche Herren-Fußballnationalmannschaft bei der diesjährigen Europameisterschaft regelmäßig das erfasste Ziel deutlich verfehlt.

Um dieses Manko auszugleichen, greifen die Entwickler offenbar bei allen drei Schwierigkeitsgraden zu einem fragwürdigen Kniff, denn die Spielfiguren scheinen unsterblich zu sein. Selbst nach dem vermeintlichen Tod wird man im Handumdrehen und ohne Fortschrittverlust wieder in der Umgebung platziert. Während die meisten Standardgegner als leichtes Kanonenfutter dienen, sind verstärkte Widersacher und Zwischenbosse unter Einsatz ihrer Fähigkeiten deutlich hartnäckiger. Damit diese Begegnungen nicht zur zähen Angelegenheit verkommen, gibt es ein motivierendes Upgrade-System inklusive Levelaufstiege. Die Maximalstufe 30 sollte jedoch nach einem kompletten Durchlauf bei geübten Spielern problemlos erreichbar sein.

Um Upgrades und Modifikationen durchzuführen, müssen Energiezellen gesammelt werden, die erledigte Gegner hinterlassen. Auch versteckte Gebiete abseits der linearen Hauptroute erweisen sich diesbezüglich als wahre Fundgruben. Die Funktionen mit Abklingzeit sind durchaus sinnvoll, zum Beispiel schützt der Reflektionsschild die Abwehrkräfte und ein flächendeckendes Flammeninferno hat selbst für große Feindansammlungen verheerende Folgen.

Durchwachsene Technik

Auf den ersten Blick macht Livelock optisch einen soliden Eindruck. Die Schauplätze sind überwiegend düster und vermitteln zu jeder Zeit, dass die Erde, wie wir sie kennen, nur noch ein lebloser Trümmerhaufen ist. Viele Abschnitte sind dementsprechend trist ausgefallen, es gibt aber auch immer wieder sehenswerte Lichtblicke, etwa brennende Wälder, Eislandschaften oder aufgegebene Industrieanlagen. Überall punktet das Gesamtbild mit feinen Licht- und Schatteneffekten, die einige unscharfe Texturen kaschieren können. Leider kommt es bei der Konsolenfassung zu gelegentlichen Ruckeleinlagen, die nicht nur den Spielfluss hemmen, sondern in Einzelfällen zum kompletten Einfrieren des Geschehens für einen spürbaren Sekundenbruchteil führen.

Darüber hinaus können die Zerstörungs- und Physikeffekte nicht vollständig überzeugen. Vielmehr wirkt alles ziemlich inkonsequent umgesetzt, wenn viele Objekte schon bei leichtester Berührung in ihre Einzelteile zerfallen und in hohem Bogen wegfliegen (Schiffswracks, usw.), während wiederum andere vom Kampfgeschehen völlig unbeeindruckt bleiben (Frachtcontainer, usw.). Dafür überzeugen die detaillierten Maschinenmodelle umso mehr und die passende Musikuntermalung. Gute Soundeffekte unterstreichen nochmal mit viel Getöse den krachenden Spielablauf. Die deutsche Sprachausgabe ist gewollt wie gekonnt sehr emotionslos gehalten.

Pro und Contra
  • Unkomplizierte Spielablauf
  • Wuchtige, brachiale Kämpfe
  • 3 unterschiedliche Spielfiguren
  • Gute Soundkulisse
  • Einige optisch sehenswerte Abschnitte
  • Sinnvolle Upgrades
  • Schwammige Zielsteuerung mit Gamepad
  • Inkonsequentes Zerstörungs- und Physik-System
  • Motivationskurve und Wiederspielwert eher gering
  • Eintöniges Missions- und Leveldesign mit wenigen Ausnahmen
  • Gelegentliche Grafikruckler
Bewertung
Gameplay: 
5
Steuerung: 
5
Grafik: 
6
Sound: 
7
Multiplayer: 
7
Gesamtwertung
Gesamtwertung: 69
Fazit von: 
Christian Schmitz
Egal ob Musik, Filme oder Videospiele - ich fühle mich gut unterhalten, wenn es an allen Ecken rummst und kracht. Livelock könnte da ein famoser Top-Down-Shooter sein, allerdings macht die misslungene Zielsteuerung dem Spaß einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Für Genre-Anhänger ist der Geheimtipp allemal einen Blick wert.

Suche

Neue Mitglieder

  • soniag55140216945427
  • margaritomichels1
  • octaviobegay70443
  • remonasloane358
  • tawannaheil51709139