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PS4
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PS4
Spielinfo
Romance of the Three Kingdoms 13
Entwickler: 
Koei Tecmo
Publisher: 
Koei Tecmo
Releasedatum: 
08.07.2016
Genre: 
Echtzeit-Strategie
USK: 
12
Webseite: 
http://www.koeitecmoeurope.com/rtk13/

Eingeschworene Genre-Fans aus Fernost und Nordamerika wissen es vermutlich bereits seit 1985: Die Videospielreihe Romance of the Three Kingdoms ist ein unverwüstlicher Dauerbrenner in der Strategie-Nische auf Konsolen. Veröffentlichungen in Europa sind eher selten, doch anlässlich des 30-jährigen Jubiläums schafft es der aktuellste Ableger neben Download-Versionen für PC (via Steam) und PS4 (via PSN) sogar als Retailversion für die letztgenannte Plattform in die Händlerregale. 

Game of Thrones im Reich der Mitte

Romance of the Three Kingdoms 13 basiert auf der namensgebenden Literaturvorlage und startet im historischen China des 2. Jahrhunderts. Im Kern wird der drohende Zerfall der Han-Dynastie sowie den daraus resultierenden Kampf der Drei Reiche Shu, Wu und Wie um die Vormachtstellung mit weit über 700 spielbaren Figuren umfangreich und mit erstaunlich viel Liebe zum Detail inszeniert. Bereits im Helden-Modus, der verschiedene nacheinander absolvierbare Szenarien bietet und gleichzeitig als überaus hilfreiches Tutorial dient, wird man mit interessanten Ereignissen wie der Entstehungsgeschichte von Shu, Wu und Wie konfrontiert. 

Herzstück des Einzelspielerpakets ist der Kampagnen-Modus mit mehreren historischen oder fiktiven Start-Szenarien und Anpassungsmöglichkeiten. Sobald China komplett erobert oder das Jahr 350 erreicht wurde, gilt das Spiel als gewonnen. Man muss sich nicht zwingend für eine der drei genannten Seiten entscheiden, sondern kann zusätzlich seinen eigenen Charakter erstellen oder eine kleinere Fraktion wählen. Diese zahlreichen Optionen sorgen für einen enormen Umfang und hohen Wiederspielwert. Wer dann noch nach mehr lechzt, kann sich über zusätzliche Missionen als Download-Content freuen. Einziger Wehrmutstropfen dürfte der fehlende Mehrspielermodus sein.

Eine fast runde Sache

Spielerisch vermischt der Titel verschiedene Elemente aus Runden- und Echtzeit-Strategie mit motivierenden Rollenspiel-Anteilen. Für gelungene Aktionen winken zur Belohnung nämlich Erfahrungspunkte, damit sich die eigenen Werte steigern lassen. Wichtig sind neben einem geschickten Händchen für Diplomatie außerdem Politik, Wirtschaft und Kriegsführung. Die möglichen Aktionen dabei sind vielfältig. Idealerweise sollte versucht werden, die anderen Herrscher auf friedliche Art und Weise von den eigenen Absichten zu überzeugen. So wird ein Netzwerk von Beziehungen und Bündnissen aufgebaut, aber auch Konflikte mit Feinden oder Verrätern sind unumgänglich. Es kommt zu unzähligen Gesprächen, die ähnlich den fernöstlichen Visual Novels präsentiert werden. Romance of the Three Kingdoms 13 löst alles visuell ansprechend, anstatt wie in anderen Genre-Vertretern schmucklose Textfenster einzublenden. 

Besonders spannend wird es, wenn es zu rundenbasierten Konfrontationen kommt. Bei der Debatten-Variante entscheidet in erster Linie der INT-Wert, man muss aber geschickt aus fünf auswählbaren Argumenten wählen, um den Gegenüber zu überzeugen. Duelle laufen ähnlich ab, wenngleich martialischer und unter Berücksichtigung des WAR-Wertes, denn hier kommen Waffen statt Worte ins Spiel. Die wichtigsten Entscheidungen können nur unter Anwesenheit des Hauptcharakters getroffen werden, wenn beispielsweise eine Siedlung die finanzielle Unterstützung zum Ausbau ihrer Streitkräfte benötigt. Eigene Einheiten werden ausgebildet und verwaltet oder Patrouillen zur Sicherheit der eigenen Bevölkerung eingesetzt. Der Alltag könnte also ziemlich gemütlich sein, wenn es bei den Missionszielen keine Zeitlimits gäbe. In der Regel sind diese aber großzügig und nur selten knapp, das Geschehen kann außerdem jederzeit verlangsamt oder beschleunigt werden. Eine manuelle Speicherfunktion lässt keinen Frust aufkommen.

Zum Kampfsystem: Zu den unterschiedlichen Militäreinheiten gehören u. a. Infanterie, Artillerie, Kavallerie an Land oder die Marine zu Wasser. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen auf offenem Feld, Belagerungen oder zur See wird man vor die Wahl gestellt, ob die Kämpfe automatisch von der KI übernommen werden sollen oder man selbst ins Geschehen eingreift. Bei der direkten Einheitenkontrolle öffnet sich ein dreidimensionales Schlachtfeld mit der Zielvorgabe, die Feindstellung zu übernehmen oder sämtliche Offiziere zu besiegen. Hier gibt es zwar Zusatzfähigkeiten, doch prinzipiell sind die Scharmützel mit einer einfachen Befehlskette aus Bewegung und Angriff zu gewinnen. Konkurrenztitel wie Nobunaga’s Ambition oder Total War bieten diesbezüglich weitaus mehr taktische Möglichkeiten. Hier merkt man der Reihe noch an, dass die Schlachten erst seit Teil 11 in 3D ausgefochten werden. Das Treiben ist zwar jederzeit pausierbar, jedoch selten um weitere Anweisungen zu geben, sondern vielmehr um hier bei der fehlenden Übersicht noch nachvollziehen zu können, was eigentlich passiert. Trotz der unübersehbaren Schwachpunkte im oberflächlichen Kampfsystem, kann man dem Strategie-Rollenspiel-Mix eine flüssige Spielbarkeit bescheinigen. Alle Menüs sind trotz ihrer Komplexität nachvollziehbar aufgebaut und dank der durchdachten Controllersteuerung gut erreichbar. Lediglich bei größeren Textmengen kann die Übersicht ausnahmsweise verloren gehen. 

Ansehnliche Tradition

Optisch präsentiert sich Romance of the Three Kingdoms 13 mit enorm viel Liebe zum Detail und bietet für jede Aktion eine passende grafische Lösung anstatt mit öden Textfenstern zu langweilen. Hervorzuheben sind die Darstellung von weitaus mehr als 700 Figuren, die Spielgrafik der Umgebung sowie die wundervollen animierten und gerenderten Zwischensequenzen. Schriftart- und größe sind angenehm lesbar. Sieht man einmal von kaum wahrnehmbaren, gelegentlichen Grafikrucklern ab, betrachtet man einen technischen Genre-Vorzeigetitel auf dem Bildschirm. Die wahlweise chinesische und japanische Sprachausgabe ist sehr ausdrucksstark und wird mit englischen Texten untertitelt. Auf eine deutsche Lokalisierung wurde hingegen verzichtet. Der aufwendige Soundtrack aus klassischen und neumodischen Klängen untermalt die fernöstliche Stimmung gekonnt.

 

Pro und Contra
  • Helden-Modus dient als hilfreiches Tutorial
  • motivierende Kampagne
  • viele Optionen
  • guter Mix aus Strategie und Rollenspiel
  • umwerfende Präsentation
  • schwaches Kampfsystem
  • gelegentliche Grafikruckler
  • keine deutsche Lokalisierung
Bewertung
Gameplay: 
8
Steuerung: 
8
Grafik: 
8
Sound: 
8
Multiplayer: 
0
Gesamtwertung
Gesamtwertung: 80
Fazit von: 
Christian Schmitz
Die Spezialisten von Koei Tecmo bereichern die Konsolen-Nische immer regelmäßiger mit spielenswerten Genre-Vertretern. Romance of the Three Kindgoms 13 will da keine Ausnahme sein. Ganz im Gegenteil: Dank starker Präsentation, motivierenden Rollenspiel-Elementen und einem fantastischen Helden-Modus als Tutorial können hier auch Quereinsteiger gerne einen Blick riskieren. Mehr Einsteigerfreundlichkeit bietet kaum ein anderer Titel dieser Art. Das schwache Kampfsystem und die fehlende deutsche Lokalisierung trüben den anspruchsvollen Spaß nur geringfügig.

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