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Xbox One
Bild des Benutzers Garrett84
Xbox One
Spielinfo
Ghostbusters
Entwickler: 
FireForge
Publisher: 
Activision
Releasedatum: 
12.07.2016
Genre: 
Action
USK: 
12
Webseite: 
www.activision.com/games/ghostbusters

Etwa 30 Jahre ist es her, dass der Grusel-Klamauk Ghostbusters im Kino für Furore sorgte. Lange Zeit war es still, sieht man von einigen durchwachsenen Versuchen im Cartoon- und Videospielbereich ab. Eine neue Arcade-Ballerei soll die lustige Geisterjagd im Vorfeld des Kinostarts des neuen Abenteuers schmackhaft machen, was jedoch gründlich misslingt.

Schleierhafte Story

Die Geschichte ist schnell erzählt: In Manhattan, dem bekannten Stadtteil von New York, beziehen die Ghostbusters seit jeher ihr Hauptquartier. Doch anstatt der bekannten Charaktere aus Film und Fernsehen arbeiten hier ganz neue, bislang völlig unbekannte Figuren. Da selbst die Empfangsdame nicht gegenwärtig scheint, nehmen sie kurzerhand sechs nacheinander absolvierbare Aufträge an. Diese führen das furchtlose Quartett etwa sieben Spielstunden lang zu Schauplätzen wie Museum, Friedhof, Irrenanstalt, U-Bahn-System, Kreuzfahrtschiff und Limbus.

Spannung, Witz und Charme: All das macht die Vorlage aus den 1980er-Jahren auch heute noch sehenswert. Das neueste Videospiel zum beliebten Franchise lässt all dies jedoch vermissen. Stattdessen prasseln unpassende Sprüche und ein völlig aufgesetzt wirkender Humor auf die Spieler nieder. Außerdem sind die vier neuen Protagonisten unsympathisch und beliebig. In der Theorie tummeln sich zwar 28 unterschiedliche Geister im Programm, in der Praxis bekommt man es jedoch hauptsächlich mit uninspirierten Standardgegnern wie Ghule oder fliegenden Bücher zu tun. Ein Wiedersehen mit bekannten Spukgestalten wie Slimer oder den Dämonenhunden sind absolute Ausnahmesituationen im langweiligen Einheitsbrei.

Kampfgeister in der Endlosschleife

Das Spielprinzip ist extrem simpel und macht alleine, trotz solider Begleiter-KI, überhaupt keinen Spaß. Dank des lokalen Coop-Modus können jedoch bis zu vier Spieler gleichzeitig vor dem Bildschirm das Leid teilen und es kommt zumindest kurzzeitig Laune auf. Die Abläufe, die man bereits in den ersten Minuten erlernt, wiederholen sich fortan ohne nennenswerte Atempause. Aus einer isometrischen Perspektive wird der gewählte Charakter mit dem linken Analogstick bewegt, mit dem rechten Stick die Blickrichtung geändert. 

Hauptsächlich geht es darum, in überwiegend schlauchartigen Levels mit wenigen Alternativrouten alles abzuschießen, was aus dem scheinbaren Nichts angreift. Neben der Standardwaffe setzt jede Figur Protonenstrahler und Granaten ein. Größter Nervfaktor beim Dauerbeschuss ist der regelmäßige Überhitzungseffekt der Waffen, die dann auf Knopfdruck entlüftet werden müssen. Starke Geister lösen sich nicht einfach in Luft auf, sondern müssen nach der Schwächung durch eine Aneinanderreihung von Minispielchen eingefangen werden. Zumindest die Bosskämpfe am Ende jedes Levels werden in der zweiten Hälfte intensiver, wenngleich auch spürbar langatmiger.

Der sichtbare Bildausschnitt ist dabei zu klein ausgefallen, was auch wegen des beinahe pausenlosen Dauerfeuers zur völlig unübersichtlichen Lage beisteuert. So sollte man schon auf Verdacht regen Gebrauch der Ausweichrolle machen, auch wenn ein Ableben sehr unwahrscheinlich erscheint. Schließlich sind genügend Medipacks verteilt und die Kameraden nutzen regelmäßig ihre heilenden Hände. Die Bewegungsmuster der Geister sind sehr vorhersehbar und mitunter einfallslos, wenn sie beispielsweise wie an der Schnur gezogen in einer Reihe hintereinander auf die Heldentruppe zustürmen. Auch bleiben sie des Öfteren an Objekten hängen und verbleiben dort wohl unfreiwillig bis zum Ende aller Zeiten.

Nebenbei scannt man mithilfe des PKE-Gerätes die Umgebung und sammelt Punkte für den Highscore. Zwischen den Einsätzen können zwölf Vorteile aufgewertet werden, beispielsweise erhöhte Reichweite und Schaden von Protonen- und Standardwaffen, schnelleres Bewegungstempo oder Gesundheitsboni. Was sich in der Theorie durchaus interessant anhört, wird in der Praxis wegen der kaum spürbaren Veränderungen zum endgültigen Motiviationskiller.

Gruselige Kulissen

Trotz aktueller Unreal 4 Grafikengine wirkt die bunte Cartoon-Optik detailarm und einfallslos wie aus dem einfachsten Baukasten zusammengeschustert. Umgebungen, Animationen, Effekte und Objekte wiederholen sich nämlich genauso oft wie die überschaubaren Gameplay-Elemente. Dennoch ruckelt das Geschehen häufig bis hin zum kurzzeitigen Einfrieren des Bildes. Die teilweise zerstörbaren Gegenstände sind eher unspektakulär und beschränken sich auf Möbel oder Müllsäcke. 

Auch beim Sound ist man von allen guten Geistern verlassen. Die bekannte Original-Titelmelodie der Vorlage kann hier nichts beschönigen: Geräusch- und Klangkulisse sind bis auf die Protonenstrahlen kraftlos, die Musik vermittelt zu keinem Zeitpunkt irgendeine Dynamik sondern dudelt wie im Fahrstuhl völlig uninspiriert vor sich hin. Als absoluter Tiefpunkt präsentiert sich noch die deutsche Sprachausgabe mit sich ständig wiederholenden Sprüchen: Von „Bis später, Peter!“ über „Schleimzeit!“ bis „Amerikas Supergeist“ wird wie am Fließband in die unterste Schublade der unlustigen Sprüche gegriffen.

Pro und Contra
  • einfache Steuerung
  • Original-Soundtrack
  • langweiliger, sich ständig wiederholender Spielablauf
  • KI-Aussetzer
  • Grafikruckler
  • nervige Sprüche
  • lahme Musik
  • Fähigkeitensystem ohne spürbare Vorteile
Bewertung
Gameplay: 
2
Steuerung: 
5
Grafik: 
4
Sound: 
4
Multiplayer: 
5
Gesamtwertung
Gesamtwertung: 40
Fazit von: 
Christian Schmitz
Parallel zum Test dieses Ablegers wurden die ersten beiden Filme nochmal im Fernsehen ausgestrahlt. Die zeitlosen Klassiker machen auch heute noch dank Spannung, Witz und Charme unheimlich viel Spaß. All das fehlt dem neuesten Videospiel zum Thema – vielmehr hat man hier ein Produkt mit den absoluten Gegenteilen geschaffen, das nach dem Quasi-Vorgänger Quantum of Slime einen weiteren Tiefpunkt der Videospielumsetzungen zu Filmen darstellt.

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